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Carla Wirths/Max Paul Koch
Burg Giebichenstein Kunsthochschule Halle (Saale)
Industrial Design
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| betreuung |
Prof.in Mareike Gast, Andreas Wagner
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SIP BAG EINE LEBENDE WUNDAUFLAGE

PROJEKTINFORMATIONEN
Etwa 3 Mio. Menschen in Deutschland leiden an chronischen Wunden – Wunden, die nach 8 Wochen nicht verheilen. Aufgrund der demografischen Entwicklung wird das Problem zunehmen. Die Behandlung erfolgt meist chirurgisch mit mehreren Eingriffen, gefolgt von ambulanter Wundpflege, die oft unzureichend ist.
Im Rahmen des Semesterprojekts „The Insect Project“ haben Carla Wirths und Max Paul Koch einen biologisch aktiven Verband für chronische Wunden entwickelt. In den Innenkammern ihres Sip Bag befinden sich lebende Goldfliegenlarven, die durch einen luft- und flüssigkeitsdurchlässigen Stoff Nährstoffe aufnehmen und antibiotische Stoffe absondern. Im Prozess entfernen sie abgestorbenes Gewebe, verdauen multiresistente Bakterien und fördern die Wundheilung. Das Sip Bag kann vor Ort befüllt und luftdicht versiegelt werden. Ein integrierter Druckschutz ermöglicht Bewegung ohne die Gefahr, die Larven zu zerdrücken. Ein zusätzlicher Verband schützt vor Verunreinigung und sorgt dafür, dass die Larven nicht permanent sichtbar sind.
Die biologische Behandlungsmethode spart Ressourcen und bietet eine schonende Alternative zu operativen Eingriffen mit vielen Risiken und hohen Kosten.
JURY STATEMENT
Inspiriert von den heilenden Fähigkeiten der Goldfliegen, recherchierten Carla Wirths und Max Paul Koch, wie diese schon seit dem Mittelalter medizinisch angewendet wurden und zogen selbst Larven für eigene Experimente auf. Durch die Einbindung der Larven in eine künstliche Hülle werden Ängste, und Unbehagen gegenüber den lebenden Organismen reduziert. Es gelingt ihnen überzeugend Hemmschwellen bei der Patientenschaft und Behandelnden abzubauen, um diese natürliche Behandlungsform im Heilungsprozess zu etablieren. Die Tiefe der Bearbeitung des Projektes mit eigenen Versuchen hat die Jury beeindruckt.



